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Manfred

Manfred "Fredi" Weidt

Geboren am 15.04.1935
Gestorben am 07.07.2018
Erstellt von Claudia Möritz am 21.07.2018

  • Manfred "Fredi" Weidt
  • 15.04.1935
  • Berlin
  • 07.07.2018
  • Geht nicht, gib's nicht.
  • Grünefeld

 

Manfred Karl Weidt, besser bekannt unter "Fredi" manchmal Fred oder Freddy genannt. Niemals Manni, für seine Enkelkinder Opa und für meinen Bruder und mich war er einfach nur Papi. 

 

 

 

Fredi war der Inbegriff für Zuverlässigkeit und Vertrauen. Ein Mann der immer zur Stelle war, wenn Hilfe gebraucht wurde. Jemand der immer anpacken konnte. Peter Alexander hat einmal ein Lied geschrieben, was wie auf ihn zugeschnitten war: "Der Papa wird schon richten, der Papa macht schon gut, der Papa der macht alles, was sonst keiner gerne tut."

 

 

 

Fredi war immer bescheiden und glücklich, wenn es seiner Frau und seiner Familie gut ging.

 

 

 

Er hatte klaren Vorstellungen was gut und was falsch war und war mit einer positiven Einstellung zu sich und seinem Leben ausgestattet. Er lebte stets nach dem Motto: geht nicht, gibt's nicht! Es gibt für alles eine Lösung und im handwerklichen Bereich durte im Zweifel auch mal mit Gewalt nachgeholfen werden.

 

 

 

Egal welcher Arbeit er nachgegangen war, er tat dies immer mit Freude und Leichtigkeit. Er war ein Frühaufsteher, stets hilfsbereit, unaufdringlich, schlichtweg: ein Fels in der Brandung.

 

 

 

Aber vielleicht fangen wir am Anfang an:

 

 

 

Fredi wurde am 15. April 1935 als Sohn von Karl Herrmann Weidt (geb. 26.03.1905, gestorben 25.03.1980) und Herta Weidt (geb. Dittberner, geb. am 14.06.1911, gestorben am 06.07.xxxx) geboren.

 

 

 

Seine Mutter war eine stille, unauffälliges Frau. Sie arbeitete anfänglich als Kinderfrau für eine Familie und später als Köchin in der Großküche von Siemens.

 

 

 

Sein Vater war ursprünglich Bühnenbildner beim Schillertheater in Berlin. Später verdiente er als Maler seinen Lebensunterhalt. Aber kein Kunstmaler mit bunten Bildern, sondern einer der Wände tapezierte und anstrich. Leider war die Ehe nicht von laner Dauer und Fredi wuchs bei seiner Mama auf. Er hatte jedoch stets Kontakt zu seinem Vater, der nur eine Straße weiter zog. 

 

 

 

Fredi verbrachte sein ganzen Leben bis vor 10 Jahren - in Berlin-Spandau. Dort hatte er einen großen Freundeskreis und war mit seinen Kumpels gerne mit dem Motorrad unterwegs. Bereits in frühen Jugendjahren lernte er Ingrid (geb. Fröhlich, geb. am 04.09.1935) kennen und verliebte sich in sie. Leider hatte sie anfänglich die Augen auf jemand anderen geworfen. Und Fredi aus der Motorrad-Gang, eher klein und ruhig, passte noch nicht in ihr Lebensbild. Noch nicht!

 

 

 

So widmete sich Fredis seiner beruflichen Laufbahn. Diese war bunt und abwechslungsreich. Nach Abschluss seiner Lehre zum Polsterer und Dekorateur, gab er sich seiner Leidenschaft für Autos hin und wurde Fernfahrer für die Berliner Spedition "Conny Barth".

 

 

 

Als Ingrid, mit ihrem gerade mal 6 Monate alten Sohn Jochen, wieder in seinem Leben auftauchte, gab es für Fredi kein halten mehr. Er warb so deutlich und unermüdlich um sie, dass Ingrid, die eigentlich nie wieder heiraten wollte, doch noch einmal den Gang ins Standesamt wagte und damit die Liebe ihres Lebens gefunden und festgehalten hatte.

 

 

 

Puhhh, das war in letzter Sekunde. Sonst hätte ich, nach rund acht Jahren, nicht das Licht der Welt erblickt. Aber Stopp, hier sind wir noch nicht.

 

 

 

Erst einmal hat Fredi nicht nur seine Ingrid, sondern auch Jochen in seinem Leben fest integrieren wollen. Denn er liebte den kleinen Kerl so sehr, als wäre es sein eigener. So adoptierte er ihn und gab ihm seinen Namen. Was war Fredi stolz, als Jochen seine ersten Schritte zu ihm, seinem Papi, machte. 

 

 

 

Dass Jochen mein Halbbruder war erfuhr ich so mit ca. 9 Jahren. Es irritierte mich anfänglich. Meine Mami und ein anderer Mann.....? Unvorstellbar! Aber Jochen war und blieb mein Bruder, daran änderte gar nichts.

 

 

 

Um mehr Zeit bei seiner kleinen Familie sein zu können hängte er den gut bezahlten Job als, Fernfahrer an den Nagel, ging zum Abendstudium und absolvierte seinen Abschluss als Speditionskaufmann.

 

 

 

Ich ließ mir ausreichend Zeit, damit die drei erst einmal gut zueinander fanden und sich ihr Leben einrichteten. Nach rund 8 Jahren war ich dann der Meinung lange genug gewartet zu haben und erblickte am 3. Mai 1968 als Claudia Waltraud Weidt, das Licht der Welt.

 

 

 

Leider stellte ich damit das Leben, vor allem meines Bruders, ganz schön auf den Kopf. Ein Altersunterschied von knapp 10 Jahren, ein Kinderzimmer in einer 3 Zimmer-Mietwohnung... eine Herausforderung, die wir bis ins hohe Alter zu meistern haben.

 

 

 

Aber zurück zu Fredi. Auf Drängen eines Nachbarn und damaligen Freundes Peter Przygoda "Willst Du nicht endlich mal gutes Geld verdienen?" - wagte Fredi den Schritt in den Außendienst für das amerikanische Unternehmen "Hallmark Cards". Seine eher ruhige und stille Art ließen ihn vielleicht auf den ersten Blick nicht gerade als Musterbeispiel für diese Art des Berufes aussehen. Aber durch seine Zuverlässigkeit, seinen Fleiß und Ehrlichkeit, war er bei seinen Kollegen und vor allem den Kunden stets gern gesehen. Hallmark war für mich als Kind unabdingbar mit meinen Papi verknüpft. Er konnte durch diese Art der Arbeit flexibel mit seiner Zeit umgehen, was dem Familienleben zu Gute kam. Nur mit den Jahreszeiten kam ich als Kind immer völlg durcheinander. Zu Ostern suchte er die Kollektion an Weihnachtskarten aus und umgekehrt.

 

Der Zusammenhalt unter den Hallmarkern, bis hin in die Geschäftsführung der deutschen Niederlassung, war einmalig. Am präsentesten ist mir persönlich folgendes Erlebnis geblieben: Als ich ca. 8 Jahre als war, waren wir alle vier (Papi, Mami, Jochen und ich + mein Hamster) mit unserem Gespann (Auto + Wohnwagen) unterwegs in die Sommerferien. Diese verbrachten wir am liebsten in Kärnter am Turnersee. Ein langer Weg stand uns bevor. Als wir auf der Autobahn zwischen München und Salzburg waren, geriet Papi in Spurrillen und das ganze Gespann geriet ins Schleudern. Wir drehten uns und der Wohnwagen kippte um. Gott sei dank, kamen wir alle unbeschadet davon. Nur das Gespann war ein Totalschaden und mein Hamster der im Wohnwagen untergebracht war, starb einige Tage später. :-( Hallmark hatte seinen Sitz damals in München. Wir mussten den Unfall melden, da das Zugfahrzeug ein Firmenwagen war. Als die Hallmarker von unserem Unfall erfuhren, setzten sie alle Hebel in Bewegung. Ein Kollege der seinen Firmenwagen frisch ausgeliefert bekommen sollte, gab diesen an uns ab und Hallmark sorgte dafür, dass wir innerhalb von 3 Tagen einen neuen Wohnwagen hatten. So konnte unsere Reise nach kürzster Zeit weitergehen. Und in Erinnerung blieb nicht der Schrecken an diesen Unfall, sondern der Zusammenhalt der in dieser damals großartigen Firma herrschte. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle. Wenn ich noch heute das Hallmark-Logo sehe, breitet sich bei mir das Gefühl der Verbundenheit aus.
 

 

Fredis Arbeitswelt bliebt trotzdem bunt und gipfelte, mit einer kurzen Unterbrechung als Geldtransportfahrer für die DW, als selbstständiger Unternehmer. 

 

Mit den Jahren wurde seine Leidenschaft zu Fahrzeugen in die große Freude an Pferden und zum Reiten gewandelt. Seine Urlaube verbrachte er, als die Kinder klein waren, auf dem Campingplatz. Später fuhr er, seiner Frau zu Liebe, an die See. Fredi selber liebte jedoch von ganzem Herzen die Berge. Er verbrachte die schönsten Urlaube mit seiner Ingrid in Oberstdorf. 

 

 

Als 2008 seine Tochter Claudia (also ich) ihr erstes Kind zur Welt brachte und mit ihrem Mann Stephan und dem kleinen Benjamin nach Grünefeld zog, hielt ihn und seine Ingrid nichts mehr in Berlin und sie zogen mit aufs Land.

 

Jochen war bereits vor vielen Jahren mit seiner 2. Frau Petra und der gemeinsamen Tochter Julia in die Pfalz gezogen. 

 

In Grünefeld fand Fredi in kürzeste Zeit ein echtes Zuhause. Die Dorfgemeinschaft hatte ihn und die ganze Familie mit offenen Armen aufgenommen und in das Leben integriert.

 

 

Fredi vertrat die Familie bei Dorffesten, Arbeitseinsätzen, Treckertreffen und Erntefesten. Er war stets zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde und seine ruhige und verantwortungsvolle Art wurde von allen hoch geschätzt.

 

Vielen ist er hier noch in Erinnerung, wie er in den ersten 1 1/2 Jahren jeden Tag bei Wind und Wetter seinen jüngsten Enkelsohn Benjamin mit dem Kinderwagen durch den Wald schob. 

 

Mit Benjamin erlebte er als Opa alles, was er aus familiären Gründen bei seinen ersten drei Enkelkindern Jenny, Nicki und Bennett und seinem Urenkel Justin, nicht leisten konnte.

 

Fredi war immer lebensfroh und hatte eine positive Grundeinstellung. Das bewährte sich auch in der Zeit, als sein Körper immer mal wieder nicht so wollte wie er. Dann ging er leichten Herzens und vertrauensvoll ins Krankenhaus und ließ sich richten, was dran war. Mal das Herz, dann die Blase und auch umgekehrt. 

  

Als jedoch sein Kopf ihn immer wieder im Stich ließ, zog er sich weiter und weiter zurück. Er wurde immer stiller und war nur noch ein Schatten seiner selbst. Immer wieder verzweifelte er an dem Umstand, dass er sich nicht erinnern konnte. Er hatte ein langes und erfülltes Leben. So hätte er es gerne in Erinnerung behalten.

  

Seine letzten Tage verbrachte er in liebevoller Betreuung im ASB Nauen, wo ihn seine Familie regelmäßig besuchte und ihn auf dem letzten Weg größtenteils begleitete.

 

Alle die ihn kannten, dürfen dankbar sein, dass er ein Teil seines Lebens mit ihnen geteilt hat. Er wird uns stets im Herzen bleiben.

 

Manfred "Fredi" Weidt - Danke, dass Du uns begleitet hast.  
Kerzen

Von Heidi Neumann-Rappsch

Für Manfred "Fredi" Weidt

Am 11.08.2018

Hallo Fredi. Mögen Dir dort, wo Du auch immer jetzt bist, Sonntags um 11.00 Uhr zwei "kühle Blonde"und eine anständige Klatschzeitung selbstverständlich sein. RIP

Kerzen

Von Thomas M.

Für Manfred "Fredi" Weidt

Am 31.07.2018

Schön wenn sich Angehörige kümmern und so eine tolle Erinnerungsseite gestalten.

Ich möchte an den Geburts- und Todestag von Manfred "Fredi" Weidt erinnert werden.